Wer bereits einen Autoführerschein besitzt, steht irgendwann vor der Frage: Lohnt sich ein Motorradführerschein — und was kostet er wirklich? Die Klassen A1, A2 und A unterscheiden sich deutlich im Preis, und wer die Vorgeschichte mit Klasse B mitbringt, spart immerhin die Theorieprüfung. Ich habe die aktuellen Kosten 2026 recherchiert.

Kosten Direkteinstieg A1/A2: 2.500–3.000 € · Kosten Klasse AM: ab 1.000 € · Praxisprüfung Hochstufung A1 auf A2: 300–400 € · Gesamtkosten A: 1.600–4.000 € · Theorieprüfung Klasse A: 24,99 €

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Klasse A2 bei Klasse B: 800–1.200 € (Autodoc Club)
  • TÜV-Praxisgebühr: 146,56 € (HUK-Coburg)
  • Durchschnitt A/A2: 2.500 € laut VIFD/BVF (ADAC)
2Was unklar ist
  • Exakte Fahrschulstundenpreise je Region stark variierend
  • Wenig vergleichbare Daten aus östlichen Bundesländern
  • Folgekosten wie Versicherung nicht flächendeckend erfasst
3Zeitleisten-Signal
  • Stufenweise Klassen A1/A2/A eingeführt 2013 (ADAC)
  • Kostenangaben für 2026 aktualisiert (Check24)
4Wie es weitergeht
  • Aufstieg A2 auf A ermöglicht unbegrenzte PS ab 24 Jahren
  • B196-Regelung als günstige Zwischenlösung für Klasse-B-Inhaber

Die folgende Tabelle fasst die Kostenübersicht aller relevanten Motorradführerscheinklassen im Direkteinstieg zusammen und ermöglicht einen direkten Vergleich der Preisspannen.

Kostenübersicht Motorradführerscheinklassen im Direkteinstieg
Klasse Kostenbereich Quelle
Klasse AM 500–1.000 € Zurich Versicherung
Klasse A1 1.500–2.500 € Zurich Versicherung
Klasse A2 1.600–3.000 € Zurich Versicherung
Klasse A 1.600–4.000 € Zurich Versicherung
A1 bei Klasse B 700–1.000 € Autodoc Club
A2 bei Klasse B 800–1.200 € Autodoc Club
A bei Klasse B 900–1.400 € Autodoc Club
TÜV-Praxisgebühr 146,56 € HUK-Coburg
Praxisprüfung Klasse A 121,38 € Bussgeldkatalog
Aufstieg A2 auf A 500 € ADAC
Sonderfahrten A1/A2 12 Pflichtfahrten Autodoc Club
Sonderfahrten Klasse A 14 Pflichtfahrten Autodoc Club
Was das bedeutet

Autofahrer mit Klasse B sparen je nach Zielklasse zwischen 700 und 1.500 Euro gegenüber einem Direkteinstieg. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt A2 — damit fahren Sie 47-PS-Motorräder und können später für etwa 500 Euro auf die Vollklasse A aufrüsten.

Wie viel kostet ein Motorradführerschein, wenn man schon ein Auto hat?

Autofahrer mit Klasse B haben einen entscheidenden Vorteil: Die Theorieprüfung entfällt für alle Motorradklassen A1, A2 und A. Das reduziert die Kosten deutlich. Laut einer Erhebung von Autodoc Club (Automobilclub mit Fokus auf Kfz-Service) spart man dadurch zwischen 700 und 1.400 Euro, je nach angestrebter Motorradklasse. Für Klasse A1 liegen die Kosten dann bei 700–1.000 Euro, für A2 bei 800–1.200 Euro und für die Vollklasse A bei 900–1.400 Euro.

Kosten für A1

Die Einstiegsklasse A1 ermöglicht Motorräder bis 125 ccm mit maximal 11 kW. Im Direkteinstieg ohne Vorbesitz von Klasse B kostet A1 laut Zurich Versicherung (Sachversicherer mit Kfz-Expertise) zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Check24 beziffert die A1-Kosten 2026 auf 2.600–3.400 Euro im Direkteinstieg. Wer bereits Klasse B besitzt, zahlt durch den entfallenden Theorietest nur noch 700–1.000 Euro.

Kosten für A2

Die Mittelklasse A2 erlaubt Motorräder bis 35 kW (rund 47 PS) mit einem Leistungsgewicht von maximal 0,2 kW/kg. Die Kosten im Direkteinstieg liegen bei 1.600–3.000 Euro laut Zurich Versicherung, nach Check24 sogar bei 2.300–3.200 Euro für 2026. Mit vorhandener Klasse B reduziert sich der Preis auf 800–1.200 Euro, da die Theorieprüfung wegfällt.

Voraussetzungen mit Klasse B

  • Theorieprüfung entfällt für alle Motorradklassen (Autodoc Club)
  • Mindestalter A1: 16 Jahre, A2: 18 Jahre, A: 24 Jahre (bzw. 21 Jahre mit A2 seit mindestens 2 Jahren)
  • Pflichtsonderfahrten bleiben obligatorisch: 12 für A1/A2, 14 für Klasse A
  • B196-Regelung als Sonderweg: 300–500 Euro für leichte Motorräder bis 125 ccm bei Klasse B (AVD)
Spartipp

Wer mit Klasse B den günstigsten Einstieg sucht, fährt mit der B196-Regelung am besten: Für 300 bis 500 Euro sind leichte 125-ccm-Motorräder bis 15 PS erlaubt — ohne vollständigen Motorradführerschein.

TL;DR: Autofahrer mit Klasse B sparen 700 bis 1.400 Euro bei jedem Motorradführerschein, weil die Theorieprüfung entfällt. A1 kostet dann nur 700 bis 1.000 Euro.

Was ist der Unterschied zwischen A und A2?

Die beiden Klassen unterscheiden sich fundamental in der Leistungsfreigabe. Klasse A2 begrenzt auf 35 kW (rund 47 PS) bei einem maximalen Leistungsgewicht von 0,2 kW/kg — eine Drosselung stärkerer Motorräder ist zulässig, wenn das Verhältnis eingehalten wird. Die Vollklasse A kennt hingegen keine PS-Grenze und ist ab 24 Jahren uneingeschränkt nutzbar, wie der ADAC (Verkehrsclub mit offizieller Datenerhebung) bestätigt.

Leistungsgrenzen A2

  • Maximale Leistung: 35 kW (ca. 47 PS)
  • Leistungsgewicht: maximal 0,2 kW/kg
  • Motorräder über 35 kW dürfen gedrosselt werden, wenn das Gewichtsverhältnis stimmt
  • Typische 600-ccm-Motorräder möglich, wenn auf 35 kW gedrosselt

Vollklasse A

Wer die Vollklasse A anstrebt, muss entweder 24 Jahre alt sein oder bereits seit mindestens zwei Jahren A2 besitzen und zwei Jahre Praxis nachweisen. Der ADAC beziffert den durchschnittlichen Kostenaufwand für A/A2 auf etwa 2.500 Euro laut VIFD/BVF-Daten — eine Stichprobe des ADAC ergab sogar etwa 3.000 Euro für den Direkteinstieg. Der Aufstieg von A2 auf A kostet rund 500 Euro, wie der ADAC angibt.

TL;DR: Wer mit 35 kW (47 PS) ausreichend Motorleistung hat, fährt mit A2 am besten — der Aufstieg auf A kostet nur 500 Euro extra und ist jederzeit möglich.

Wie viel PS darf ich mit A2 fahren?

Mit dem A2-Führerschein dürfen Sie Motorräder mit maximal 35 kW (etwa 47 PS) fahren. Entscheidend ist dabei das Leistungsgewicht: Es darf maximal 0,2 kW pro Kilogramm Fahrzeuggewicht betragen. Das bedeutet, ein 175 Kilogramm schweres Motorrad darf maximal 35 kW haben. Die ADAC-Experten bestätigen, dass viele 600-ccm-Sportmotorräder von Herstellern wie Kawasaki, Yamaha oder Honda auf 35 kW gedrosselt für A2-Fahrer geeignet sind.

  • Maximal 35 kW Leistung (ca. 47 PS)
  • Maximales Leistungsgewicht: 0,2 kW/kg
  • 600-ccm-Motorräder möglich, wenn sie auf 35 kW gedrosselt sind
  • Keine Beschränkung auf Hubraum, nur auf Leistung und Leistungsgewicht
Praxis-Hinweis

Viele Motorradhersteller bieten werkseitig gedrosselte Modelle für A2-Fahrer an, die sich später auf 70 kW freischalten lassen — ideal für den stufenweisen Einstieg.

Welches Motorrad darf ich mit einem Autoführerschein fahren?

Mit einem reinen Klasse-B-Führerschein dürfen Sie in Deutschland kein vollwertiges Motorrad fahren. Es gibt jedoch zwei Ausnahmen, die einen Einstieg ohne vollständigen Motorradführerschein ermöglichen:

  • B196-Regelung: Mit einem 8-stündigen Grundkurs (ca. 300–500 Euro) dürfen Sie leichte Motorräder bis 125 ccm und maximal 15 PS fahren (AVD)
  • Klasse AM: Leichte Kleinkrafträder bis 45 km/h, Roller und leichte Quads — diese Klasse ist oft bereits in Klasse B eingeschlossen oder kann separat erworben werden (ab ca. 500–1.000 Euro laut Zurich Versicherung)

Für alles über 125 ccm oder 15 PS benötigen Sie mindestens die Klasse A1 — den Einstieg in die regulären Motorradführerscheinklassen.

TL;DR: Mit Klasse B allein fahren Sie nur 45-km/h-Roller (AM) oder nach einem Kurzkurs 125-ccm-Motorräder bis 15 PS. Für richtige Motorräder brauchen Sie A1 oder höher.

Wie teuer ist ein 45 km/h Führerschein?

Der 45-km/h-Führerschein fällt unter die Klasse AM und ist die günstigste Möglichkeit, motorisiert auf zwei Rädern unterwegs zu sein. Die Kosten für die Klasse AM liegen laut Zurich Versicherung zwischen 500 und 1.000 Euro — damit sind Roller, Leichtkrafträder und leichte Quads bis 45 km/h zulässig.

  • Kosten Klasse AM: 500–1.000 Euro (Zurich Versicherung)
  • Mindestalter: 16 Jahre (in manchen Bundesländern 15 Jahre mit AM-Leicht)
  • Kein Motorradhelm-Pflicht für 45-km/h-Roller, aber dringend empfohlen
  • Weniger Fahrstunden als bei A1/A2 erforderlich
Hinweis

Die Klasse AM ist oft bereits in der Klasse B mit enthalten — prüfen Sie Ihren Führerschein, ob der Code 79.04 eingetragen ist.

Aufstiegsmöglichkeiten und Hochstufung

Wer mit A1 oder A2 beginnt, kann innerhalb des stufenweisen Systems aufsteigen. Die Hochstufung von A1 auf A2 kostet laut HUK-Coburg etwa 300 bis 400 Euro, inklusive Praxisprüfung. Der Aufstieg von A2 auf die Vollklasse A liegt bei rund 500 Euro, wie der ADAC angibt.

Diese stufenweise Strategie spart Geld gegenüber einem Direkteinstieg in Klasse A und ermöglicht es, zunächst mit weniger PS-Einschränkungen zu fahren.

Warnung

Die stufenweisen Klassen sind seit 2013 in Deutschland Pflicht — ein Direkteinstieg in die Vollklasse A ist nur noch bis 24 Jahre alt möglich.

Der Verband Innovativer Fahrschulen Deutschland (VIFD) und die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF) beziffern die Kosten für die Klassen A und A2 auf durchschnittlich ca. 2.500 Euro.

— ADAC Verkehrsclub

Die Kosten für den Erwerb des Motorradführerscheins variieren stark, abhängig vom Wohnort, vom Lernerfolg und der jeweiligen Fahrschule.

— Zurich Versicherung

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Inhaber eines Führerschein Klasse B Kosten sparen beim Motorradführerschein durch entfallene Theoriestunden 700 bis 1.400 Euro.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet ein Motorradführerschein mit Auto-Führerschein?

Mit vorhandener Klasse B kostet A1 etwa 700–1.000 Euro, A2 etwa 800–1.200 Euro und Klasse A etwa 900–1.400 Euro. Die Theorieprüfung entfällt jeweils.

Wie viel kostet A2, wenn man B hat?

Die Klasse A2 kostet mit vorhandener Klasse B zwischen 800 und 1.200 Euro, weil die Theorieprüfung wegfällt.

Was ist der Unterschied zwischen A und A2?

A2 begrenzt auf 35 kW (47 PS) mit maximal 0,2 kW/kg Leistungsgewicht. Klasse A hat keine PS-Grenze und ist ab 24 Jahren vollständig nutzbar.

Welches ist das größte Motorrad, das ich mit einem Pkw-Führerschein fahren darf?

Mit reiner Klasse B dürfen Sie nur 45-km/h-Roller (AM) oder nach einem B196-Kurs 125-ccm-Motorräder bis 15 PS fahren. Für größere Motorräder brauchen Sie A1 oder höher.

Wie viel PS darf ich mit A2 fahren?

Mit A2 dürfen Sie maximal 35 kW (ca. 47 PS) fahren, solange das Leistungsgewicht 0,2 kW/kg nicht überschreitet. Viele 600-ccm-Motorräder sind nach Drosselung geeignet.

Wie lange dauert ein Motorradführerschein?

Die Dauer hängt von der Klasse und dem Lernerfolg ab. In der Regel dauert A1 etwa 2–3 Monate, A2 etwa 3–4 Monate und Klasse A im Direkteinstieg 4–6 Monate.

Darf ich mit einem A2-Führerschein ein 600-ccm-Motorrad fahren?

Ja, wenn das Motorrad auf 35 kW gedrosselt ist und das Leistungsgewicht von 0,2 kW/kg eingehalten wird. Viele Hersteller bieten werksseitig gedrosselte Modelle an.

Mehr Details zu Fahrerlaubnisklassen und Kostentabellen finden Sie in unserem SF-Klassen Tabelle Rabatte-Überblick.